Willkommen auf dem Blog Postwachstum!

Diskutieren Sie mit über die Zwänge, die uns am Wachstumspfad festhalten lassen und entwickeln Sie mit uns Ideen und Visionen für eine nachhaltige Gesellschaft, die nicht auf Wirtschaftswachstum angewiesen ist!
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A Population Perspective on the Steady State Economy

CASSE-logoA steady state economy is defined by a constant population and a constant stock of physical capital. In a way it is an extension of the demographer’s model of a stationary population to include non living populations of artifacts, with production rates equal to depreciation rates, as well as birth rates equal to death rates. The basic idea goes back to the classical economists and was most favorably envisioned by John Stuart Mill. Weiterlesen

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Vom bewussten Umgang mit begrenzter Zeit – Bericht eines Zeitpioniers

Dass ich ein Zeitpionier bin, ist für mich noch eine relativ neue Erkenntnis. Laut Karl Hörning ist ein Zeitpionier jemand, „der durch die Flexibilisierung seiner Arbeitszeit [seine; GJ] eigenen Zielvorstellungen in Arbeit und Alltag verwirklicht [hat; GJ]“.1 Flexibilisierung meint hier jedoch nicht die neoliberale Flexibilisierung, nach welcher ganz im Sinne der Arbeitgeber die Arbeitskraft flexibel je nach Bedarf eingesetzt werden kann, sondern unter Flexibilisierung ist hier zu verstehen, dass Arbeit im Sinne der Arbeitnehmer so zur Verfügung gestellt wird, wie es mit ihren Lebensvorstellungen zu vereinbaren ist. Der Arbeitnehmer behält also die Verfügungsgewalt über seine Zeit auch dann, wenn er seine Arbeitskraft verkauft. Ein Zeitpionier löst sich von der zeitlichen Taktung des „Normalarbeitsverhältnisses“, bleibt aber Teil der Arbeitsgesellschaft. In diesem Essay möchte ich kurz aufzeigen, wie dieses Leben eines Zeitpioniers aussieht, was Beweggründe dafür sind und welche Voraussetzungen es braucht. Anschließend werde ich einige Thesen in diesem Zusammenhang diskutieren.

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Degrowth – eine kapitalismuskritische Bewegung?!

DG_RZ_Logo_72dpi 150pxMit der Degrowth-Bewegung ist ein neuer Stern am Himmel der sozialen Bewegungen.erschienen. Doch die traditionelle Linke beobachtet diese Neu-Erscheinung etwas kritisch – ist es doch ein Aufbruch, der auch ohne sie möglich erscheint. Es fehlten die marxistischen, feministischen und antirassistischen Analysen und die entsprechenden Parolen. Wo sie doch kamen, wurden sie von den Teilnehmern eher misstrauisch beäugt. Nicht ganz rund erscheint neben der unzureichenden Aktionsorientierung auch die Sozialstruktur der Teilnehmer. Es dürfte sich mehrheitlich um Studierende und Studierte handeln, also um Angehörige (zukünftig) eher privilegierter Gruppen. Unterschichten oder zumindest deren Interessenvertreter, auf deren Bündnis mit der Mitte in den meisten linken Strategien gesetzt wird, fehlten. Mindestens ambivalent erscheinen zudem Konsumkritik und Orientierungen an praktischen Schritten für Lebensstile des Weniger: Diese stehen in Verdacht, Prozesse der Umverteilung nach oben zu legitimieren. Weiterlesen

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Postwachstumspionier Otto Ullrich ist verstorben

Diesen Blog gibt es seit vier Jahren. Fragen, die hier gestellt, und Ideen, die hier diskutiert werden, sind allerdings mindestens um den Faktor 10 älter. Otto Ullrich hat seit den 70er Jahren zu Transformationen frühzeitig industrialisierter Gesellschaften hin zu suffizienten Lebensweisen publiziert.

In seinem Buch “Weltniveau. In der Sackgasse des Industriesystems” (1979) suchte er nach einer Utopie einer “nachindustriellen Gesellschaft”. Die Suchrichtung lautete (es lohnt sich, das zu zitieren): Eine Gesellschaft, in der

viele wesentliche Bestimmungsmerkmale des Industriesystems zurückgenommen werden und eine qualitativ neue Richtung eingeschlagen wird. Bei “Zurücknahme” fällt den phantasielosen Statthaltern von Kapitalgesellschaften, Zentralmächten und großen Maschinen nur ein: zurück auf die Bäume, zurück ins Mittelalter oder zurück zur Natur. Um ein solches Zurück geht es gar nicht, sondern um eine Zurücknahme der Überindustrialisierung, eine relative Zurücknahme industrieller Strukturen, verbunden mit einer qualitativen Neubestimmung der Produktions- und Lebensweise. Dieses Zurück wäre ein Fortschritt, der für die Bevölkerung nicht mit einem “Verzicht”, sondern mit einem “Gewinn” verbunden ist.” (S. 112f.)

Otto Ullrich reflektierte nicht nur über eine sozial gerechte und ökologisch verträgliche Lebensweise sein Leben lang – hier ist ein Text aus dem Jahr 2011 –, er lebte sie auch vor. Am 7. Januar 2015 ist er verstorben.

Er war einer der Mitbegründer des IÖW – hier ist ein Nachruf des Instituts; und einer der Erfinder von Tempo-30 – hier ein Nachruf von Manfred Kriener in der taz.

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Wir haben es satt – es ist Zeit für eine neue soziale Bewegung

Pegida, Flüchtlingsdramen, ISIS und nun die brutalen Anschläge in Paris: es gibt, ganz abgesehen von der immer noch schwelenden Eurokrise, vieles was Angst macht in Deutschland, nicht zuletzt auch Angst um den eigenen Arbeitsplatz – von den ökologischen globalen Mega-Krisen ganz zu schweigen.

Gleichzeitig braucht man jedoch nicht lange zu suchen, um auch überall Anzeichen für einen positiven sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Wandel zu finden. Entsprechende Initiativen werden immer populärer und auch immer mehr. Versucht man, sich einen Überblick zu schaffen, scheitert man schnell angesichts ihrer schieren Vielfalt und Zahl. Deshalb seien hier nur einige Beispiele genannt: Die Initiative „Wir haben es satt“ wird wohl am 17. Januar wieder zehntausende Menschen für eine Agrarwende auf die Straße bringen, immer mehr Gemeinden übernehmen ihre Energieversorgung wieder selbst und Initiativen wie Ökodörfer, kleinere ökologische Gemeinschaftsprojekte und die aus England stammende Transition-Town-Bewegung werden immer beliebter. Hinzu kommen die vielen Urban Gardening Projekte, soziale, ökologische und demokratische Unternehmen, Genossenschaftsprojekte und die Commons-Bewegung. Weiterlesen

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Verantwortung der Wissenschaft für nachhaltiges Wirtschaften

Wirtschaftswachstum und Nachhaltigkeit passt für viele ganz problemlos zusammen – man braucht bloß das Wirtschaftswachstum mit einem Adjektiv zu schmücken. Die Palette reicht

  • vom qualitativen Wachstum
  • über das grüne,
  • das inklusive,
  • das intelligente Wachstum
  • bis zur perfekten Symbiose des nachhaltigen Wachstums.

Mit Semantik kann man Konflikte kaschieren aber nicht lösen. Frau Gesine Schwan sprach kürzlich vom „geistigen Wachstum“, gegen das man doch keine Einwände haben könne. Ich spreche hier von „Wirtschaftswachstum“ ganz trocken als Wachstum des Bruttoinlandsprodukts, der Menge, der in einem Jahr hergestellten Güter und Dienstleistungen. Ich spreche von „Nachhaltigkeit“ nicht in seinen vielfältigen alltagssprachlichen Verharmlosungen, sondern als Verpflichtung für eine weltweite und generationenübergreifende Gerechtigkeit – wie der Begriff im Brundtland-Bericht der Weltkommission zu Umwelt und Entwicklung 1987 als politischer Begriff definiert wurde: „Nachhaltige Entwicklung ist eine Entwicklung, welche weltweit die heutigen Bedürfnisse zu decken vermag, ohne für künftige Generationen die Möglichkeit zu schmälern, ihre eigenen Bedürfnisse zu decken“. Soweit die bekannte Definition. Weniger bekannt ist der kurz danach folgende Satz: „Nachhaltige Entwicklung erfordert klar ökonomisches Wachstum dort, wo elementare Bedürfnisse nicht erfüllt werden. Anderswo kann es mit ökonomischem Wachstum übereinstimmen, vorausgesetzt, die Art des Wachstums berücksichtigt die allgemeinen Prinzipien der Nachhaltigkeit und das Prinzip, andere nicht auszubeuten.“

Das ist zum einen die klare Aussage, dass wirtschaftliches Wachstum zur Armutsbekämpfung in Entwicklungsländern und Schwellenländern nötig ist, zum anderen die Einschränkung, dass ansonsten Wirtschaftswachstum zwei Randbedingungen genügen muss:

–  der ökologischen Randbedingung: Das Wachstum muss innerhalb der ökologischen Tragekapazität der Erde sein, die natürlichen Lebensgrundlagen müssen erhalten werden,

–   und der sozialen Randbedingung: Das Wachstum darf andere nicht ausbeuten. Weiterlesen

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Save the Date: 4. März 2015 | Konferenz: Alternativen denken

Die Konferenz „Alternativen denken“ bietet spannende Beispiele aus der Unternehmenspraxis, politische Debatten, Raum für das gemeinsame Lernen, Entwickeln und Vernetzen sowie die Ergebnisse des Projekts „Postwachstumspioniere“, das die Perspektive kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) in die gesellschaftlichen Debatten um Wachstum und Postwachstum holt. Weiterlesen

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Paul Krugman on Limits to Growth: Beware the Bathwater

CASSE-logoCongratulations to Paul Krugman, whose New York Times opinion on “Slow Steaming and the Supposed Limits to Growth” hit the bulls-eye of at least one balloon. Landing at Washington-National the very day his opinion column appeared was like crashing back into the growth fetish of the American Fourth Estate. Out came the fresh air of an Australian balloon; back to the polluted, cynical rhetoric that “there is no conflict between growing the economy and protecting the environment.”

Why the drama with Krugman’s column? Partly due to uncanny timing; partly due to the stark juxtaposition of opinions. Having delivered the keynote address–on limits to growth no less–at the Australian Academy of Science’s annual conference on environmental science, it struck me that decades of careful research could be undermined by the presumptuous pen of a well-placed economist. Something is wrong with that picture.

But only for so long, because those of us who recognize limits to growth have sound science, common sense, and burgeoning evidence on our side. The same cannot be said for Krugman’s opinion. Weiterlesen

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Eine glitzernde Bewegung? Workshop „Postwachstum – sozial-ökologische Perspektiven für linke Politik“

Was hat die Degrowth-Konferenz gebracht? Und wie geht es weiter? Eine erste Gelegenheit zur Auswertung und zum Ausblick bot die Rosa-Luxemburg Stiftung Berlin mittels eines Workshops „Postwachstum – sozial-ökologische Perspektiven für linke Politik“ am 30/31. Oktober. Die Stiftung lud zum Austausch und zur Vernetzung Interessierte aus den eigenen Reihen und dem breiteren grün-roten Umfeld ein. Um die 35 Personen aus Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft nahmen die Einladung an. Der Fokus lag dabei auf der Frage was „Postwachstum“ und „sozial-ökologische Transformation“ für die Arbeit der rot-rot-grünen politischen Akteure konkret bedeuten. Hierbei stellte sich für die Teilnehmenden die Frage, inwieweit auf Basis dieser Konzepte das rot-rot-grüne Projekt weiter ausgebaut werden könnte. Weiterlesen

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Lessons from the Enough Campaign in Slovenia

In this second part we summarize the results of the campaign and reflect on potential next steps for a Slovenian transformation.

The key accomplishments of “Enough” are the website , series of round table discussions with foreign and home key speakers, forming and developing of the regional degrowth network (Slovenia, Croatia, Hungary) with regular regional annual meetings, participating at International degrowth conferences in Venice and Leipzig, beginning of mapping the alternatives supporting the degrowth idea and getting in touch with people and initiatives that are working within the field in Slovenia. Weiterlesen

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